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Die richtige Lösung wählen

Reicht ein Instagram-Profil statt einer eigenen Webseite?

Kurz gesagt

Für die meisten Betriebe reicht ein Instagram-Profil allein nicht: Reichweite und Regeln bestimmt die Plattform, ein Konto kann eingeschränkt oder gesperrt werden, und wer bei Google nach Leistung und Ort sucht, landet vor allem bei Webseiten und Unternehmensprofilen. Am besten ist eine eigene Webseite als feste Basis und Social Media als Kanal dazu. Für Marken, die ihre Kundschaft fast nur über soziale Netzwerke erreichen, kann ein gutes Profil am Anfang genügen – ein Impressum braucht es so oder so.

Was kann ein Instagram-Profil für Ihren Betrieb leisten?

Eine Menge. Auf Instagram zeigen Sie fertige Arbeiten, Einblicke in den Alltag und die Menschen hinter dem Betrieb. Kundschaft kann Ihnen direkt schreiben, und der Start kostet nichts. Für Betriebe mit sichtbaren Ergebnissen – vom Friseursalon über die Tischlerei bis zum Café – ist das ein starker Kanal. Ähnliches gilt für Facebook, TikTok oder für Kanzleien und Büros auch LinkedIn.

Eines sollten Sie dabei wissen: Wer Ihre Beiträge sieht, entscheiden nicht Sie. Instagram erklärt selbst, dass Feed, Reels und die Entdecken-Seite jeweils eigene Ranking-Systeme haben, die Beiträge anhand tausender Signale sortieren – etwa danach, wie oft jemand mit Ihnen interagiert. Selbst Ihre Follower sehen deshalb längst nicht jeden Beitrag.

Tipp aus der Praxis

Ihre eigenen Fotos aus dem Profil lassen sich gut für eine Webseite weiterverwenden – sofern Sie die Bildrechte haben. Fotos von Kundschaft oder Fremden brauchen deren Einverständnis.

Warum ist ein Social-Media-Profil „gemietetes Land“?

Auf Instagram sind Sie Gast. Die Plattform bestimmt die Regeln, die Gestaltung Ihres Profils und wie viele Menschen Ihre Beiträge sehen – und sie kann all das jederzeit ändern, ohne Sie zu fragen. Verstößt ein Konto aus Sicht des Betreibers Meta gegen die Regeln, kann es eingeschränkt oder deaktiviert werden. Dann sind Beiträge, Follower und Nachrichten auf einen Schlag nicht mehr erreichbar. Eine eigene Webseite ist dagegen wie ein eigenes Ladenlokal: Sie bestimmen, was dort steht.

Social-Media-Profil

  • Die Plattform bestimmt Regeln und Reichweite
  • Das Konto kann eingeschränkt oder gesperrt werden
  • Gestaltung nur im vorgegebenen Rahmen
  • Für Kontakt oft ein eigenes Konto nötig

Eigene Webseite

  • Ihre Adresse, Ihre Inhalte, Ihre Gestaltung
  • Für alle erreichbar, auch ohne Konto
  • Platz für Leistungen, Preise, Ablauf und Kontaktformular
  • Wird bei Google mit Leistung und Ort gefunden

Findet Google meinen Betrieb über Instagram?

Wer „Elektriker Oldenburg“ oder „Kosmetikstudio in der Nähe“ sucht, bekommt bei Google oben meist eine Karte mit Betrieben aus Google-Unternehmensprofilen und darunter Webseiten. Für die Karte zählt laut Google, wie gut ein Eintrag zur Suche passt, wie nah der Betrieb ist und wie bekannt er ist – etwa durch Bewertungen und Links von anderen Webseiten. Ein Instagram-Profil kann bei der Suche nach Ihrem Namen auftauchen. Für Suchen nach Leistung und Ort ist es aber kein Ersatz für Webseite und Unternehmensprofil.

Eine eigene Webseite gibt Google einen Ort, an dem Ihre Leistungen, Ihr Einzugsgebiet und Ihre Kontaktdaten in Ruhe beschrieben sind. Das Unternehmensprofil verweist dann auf genau diese Adresse, und wer Ihr Profil in Google Maps sieht, kommt mit einem Tipp zu den Details. Wie beides zusammenspielt, zeigt Neue Webseite bei Google sichtbar machen.

Brauche ich auf Instagram ein Impressum?

Ja, wenn Sie das Profil geschäftlich nutzen. Das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG, § 5) verlangt für geschäftsmäßige Online-Angebote unter anderem Namen, Anschrift und eine E-Mail-Adresse – leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar. Nach dem Leitfaden der Landesmedienanstalt Baden-Württemberg gehören Social-Media-Profile ausdrücklich dazu, auch ein Instagram-Konto, das als Werbung für einen Betrieb dient.

  • Im Profil, etwa in der Bio, ein deutlich beschrifteter Link zum Impressum
  • Aus Link oder Beschriftung geht hervor, dass das Impressum auch für das Profil gilt
  • Nicht nur in Story-Highlights – die reichen laut Leitfaden nicht
  • Dasselbe für Facebook, TikTok, LinkedIn und andere geschäftliche Profile

Mit einer eigenen Webseite ist das am einfachsten: Dort steht das Impressum ohnehin, und Ihre Profile verlinken darauf. Was sonst auf eine Firmenwebseite gehört, steht in Was gehört auf eine Firmenwebseite?. Verbindlich beraten Sie Ihre Kammer oder eine Kanzlei.

Wann reicht ein Social-Media-Profil – zumindest am Anfang?

Es gibt Fälle, in denen ein gutes Profil für den Start genügt. Etwa bei Marken, die ihre Kundschaft fast ausschließlich über soziale Netzwerke finden und dort auch Anfragen bekommen: handgemachte Produkte, ein Food-Truck mit wechselnden Standorten oder eine Geschäftsidee, die Sie erst einmal ausprobieren wollen. Dann ist es ehrlich gesagt sinnvoller, Zeit in gute Beiträge zu stecken als in eine Webseite, die niemand besucht.

  • Ihre Kundschaft findet Sie fast nur über soziale Netzwerke
  • Kaum jemand sucht Ihre Leistung bei Google mit einem Ort
  • Sie haben regelmäßig Zeit für Beiträge und Nachrichten
  • Ein gesperrtes Konto würde Ihr Geschäft nicht lahmlegen

Treffen diese Punkte nicht mehr zu – Sie wollen bei Google gefunden werden, Leistungen und Preise erklären oder Anfragen über ein Formular bekommen –, ist es Zeit für eine eigene Webseite. Ein Impressum und, wenn Kundschaft zu Ihnen kommt oder Sie vor Ort arbeiten, ein Google-Unternehmensprofil brauchen Sie aber schon vorher.

Wie spielen Webseite und Social Media am besten zusammen?

Denken Sie an ein Zuhause und Schaufenster: Die Webseite ist das Zuhause Ihres Betriebs, die Profile sind Schaufenster an belebten Orten. Beide verweisen aufeinander.

  1. Webseite als Basis

    Leistungen, Einzugsgebiet, Kontakt, Impressum und Datenschutz stehen an einer festen Adresse, die Ihnen niemand nehmen kann.

  2. Profile verlinken auf die Webseite

    Der Link in der Bio führt direkt zur passenden Seite, etwa zu Ihren Leistungen oder zum Kontakt.

  3. Webseite verlinkt auf die Profile

    Zum Beispiel im unteren Bereich jeder Seite – so sehen Interessierte auch Ihre aktuellen Arbeiten.

  4. Überall dieselben Angaben

    Name, Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten stimmen auf Webseite, Profilen und im Google-Unternehmensprofil überein.

Tipp aus der Praxis

Sie müssen nicht auf jeder Plattform sein. Ein gepflegtes Profil dort, wo Ihre Kundschaft tatsächlich unterwegs ist, bringt mehr als fünf verwaiste Konten.

Muss es gleich eine große Webseite sein?

Nein. Für viele Betriebe, die bisher nur auf Instagram unterwegs sind, reicht zum Start eine einzige, gut gemachte Seite: wer Sie sind, was Sie anbieten, wo Sie arbeiten, ein paar starke Bilder und ein Weg, Sie zu erreichen. Eine solche Onepage-Webseite (alles auf einer Seite zum Durchscrollen) passt gut zu Kundschaft, die vom Handy aus kommt. Was die Unterschiede sind, erklärt Onepager oder mehrseitige Webseite.

Wächst Ihr Betrieb, lässt sich die Seite später um weitere Unterseiten erweitern. Wie eine Onepage-Webseite aufgebaut ist und für wen sie passt, zeigt die Seite Landingpage erstellen lassen.

Gründer von LumGuard. Schreibt hier über das, was kleine Betriebe vor einer neuen Webseite wissen sollten – mit echten Preisen und ohne Werbeversprechen.

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