Die richtige Lösung wählen
Neue Website, alte Adresse: So behalten Sie Domain und E-Mail
Kurz gesagt
Ja, Sie können Ihre Internetadresse (Domain) und Ihre E-Mail-Adressen behalten, wenn Sie eine neue Website bekommen. Bei Ihrem bisherigen Anbieter wird dafür nur ein Eintrag geändert: der, der sagt, wo Ihre Website liegt. Der Eintrag für Ihre E-Mails bleibt, wie er ist – Ihre Post kommt weiter an wie bisher.
Einfach erklärt: zwei Wegweiser
Ihre Domain – zum Beispiel ihr-betrieb.de – ist wie das Firmenschild an Ihrem Betrieb. Hinter dem Schild stehen zwei Wegweiser:
- Wegweiser 1 – Website: Er zeigt Besuchern, auf welchem Server Ihre Website liegt.
- Wegweiser 2 – E-Mail: Er sagt, in welchem Postfach Ihre E-Mails landen.
Für eine neue Website wird nur der erste Wegweiser umgestellt. Der zweite bleibt, wie er ist. Deshalb laufen Ihre E-Mails einfach weiter – ohne Umzug, ohne neue Zugangsdaten, ohne Ausfall.
Was Sie ändern – und was Sie nicht anfassen
Ändern
- Den Eintrag für die Website – bei den meisten Anbietern heißt er „A-Record“
- Den Eintrag für „www“ – meist ein „CNAME“
- Die Werte dafür bekommen Sie fertig zum Abschreiben
Nicht anfassen
- Die Einträge für E-Mail – sie heißen „MX“
- Ihren Vertrag, solange die neue Website noch nicht läuft
- Ihre E-Mail-Postfächer und Passwörter
Die Einträge finden Sie im Kundenkonto Ihres Anbieters, meist unter „Domains“, „DNS“ oder „DNS-Einstellungen“. DNS ist sozusagen das Adressbuch des Internets.
Schritt für Schritt
Die neue Website wird fertig gebaut
Solange Sie den Entwurf prüfen, bleibt Ihre alte Website ganz normal online. Kunden merken davon nichts.
Sie bekommen zwei Werte
Nach Ihrer Freigabe erhalten Sie eine kurze Anleitung mit genau zwei Einträgen zum Abschreiben.
Eintrag ändern – oder ändern lassen
Sie tragen die Werte im Kundenkonto ein. Oder Sie rufen beim Support Ihres Anbieters an und lesen sie vor – das dauert dort wenige Minuten.
Kurz warten
Die Umstellung braucht meist Minuten, manchmal einige Stunden. In dieser Zeit sehen manche Besucher noch die alte, andere schon die neue Seite – beides funktioniert.
Prüfen
Rufen Sie Ihre Adresse auf und schicken Sie sich eine Test-E-Mail. Kommt sie an und sehen Sie die neue Website, ist alles erledigt.
Tipp aus der Praxis
Keine Lust auf Technik? Rufen Sie die Hotline Ihres Anbieters an und sagen Sie: „Bitte stellen Sie für meine Domain den A-Record und den www-Eintrag auf diese Werte um – die E-Mail-Einträge bitte nicht ändern.“ Das ist dort Alltag.
Die drei häufigsten Fehler
Den alten Vertrag komplett kündigen
Bei vielen Anbietern hängen Website, Domain und E-Mail im selben Vertrag. Wer alles kündigt, verliert unter Umständen auch Adresse und Postfächer. Besser: den Vertrag erst nach der Umstellung anpassen – meist gibt es einen günstigen Tarif nur für Domain und E-Mail.
Die „Nameserver“ ändern statt einzelner Einträge
Wer die Nameserver umstellt, zieht das ganze Adressbuch um. Die E-Mail-Einträge gehen dabei verloren, wenn niemand sie neu anlegt. Deshalb: nur die zwei Website-Einträge ändern.
Alte Einträge vergessen
Manche Anbieter haben zusätzlich einen Eintrag namens „AAAA“, der noch auf die alte Website zeigt. Dann sehen einige Besucher weiter die alte Seite. Diesen Eintrag löschen oder ebenfalls umstellen.
Sonderfall: Domain im Baukasten
Wurde die Domain direkt bei einem Baukasten wie Jimdo oder Wix gekauft, lassen sich die Einträge manchmal nicht selbst ändern. Dann muss die Domain zu einem anderen Anbieter umziehen – dafür gibt es einen sogenannten Auth-Code, den Sie beim alten Anbieter anfordern. Ist dort auch Ihre E-Mail, braucht sie ein neues Zuhause. Das lässt sich lösen, sollte aber vorher in Ruhe geplant werden.
Was mit Ihren Google-Platzierungen passiert
Ihre Domain bleibt dieselbe – das ist für Google schon die halbe Miete. Hatten einzelne Unterseiten der alten Website eigene Adressen, etwa ihr-betrieb.de/leistungen.html, sollten sie auf die passende neue Seite weiterleiten. So landen Besucher alter Links und Google-Treffer nicht auf einer Fehlerseite.
Mehr zum Thema: Neue Website bei Google sichtbar machen.