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Unseriöse SEO-Angebote erkennen: Warnsignale und die richtigen Fragen
Kurz gesagt
Ein seriöses SEO-Angebot verspricht keinen bestimmten Platz bei Google, erklärt verständlich, was gemacht wird, und berichtet regelmäßig über Ergebnisse. Vorsicht ist geboten bei Platz-1-Garantien, gekauften Links, langen Mindestlaufzeiten ohne Berichte und unaufgeforderten Anrufen oder E-Mails mit angeblichen Fehlern Ihrer Webseite. Google schreibt selbst: Niemand kann eine Platzierung an erster Stelle garantieren.
Warum gibt es so viele fragwürdige SEO-Angebote?
SEO ist für viele Betriebe ein Buch mit sieben Siegeln. Man sieht nicht, was gemacht wird, und Ergebnisse zeigen sich erst nach Wochen oder Monaten. Das macht es leicht, mit großen Versprechen zu werben – und schwer, schlechte Arbeit zu erkennen.
Dazu kommt: Die Bezeichnung „SEO-Agentur“ oder „SEO-Experte“ ist nicht geschützt. Neben vielen seriösen Anbietern gibt es deshalb auch solche, die mit Standardpaketen, Druck am Telefon und langen Verträgen arbeiten. Dieser Artikel hilft Ihnen, beides auseinanderzuhalten – ohne dass Sie selbst SEO-Profi werden müssen.
Ein guter Maßstab: Google hat selbst aufgeschrieben, worauf man bei der Wahl eines SEO-Anbieters achten sollte (Google Search Central: Brauchen Sie einen SEO?). Viele der folgenden Punkte stammen sinngemäß von dort.
Woran erkennen Sie ein unseriöses SEO-Angebot?
- Platz-1-Garantie: „Garantiert auf Seite 1“ oder „Platz 1 in 30 Tagen“. Google schreibt ausdrücklich, dass niemand eine Platzierung an erster Stelle garantieren kann.
- Angebliche Nähe zu Google: „Wir haben einen direkten Draht zu Google.“ Google warnt vor Anbietern, die eine besondere Beziehung behaupten. Für die unbezahlten Treffer nimmt Google nach eigener Aussage kein Geld – es gibt also nichts, was sich dort kaufen ließe.
- Gekaufte Links: „Hunderte Backlinks zum Paketpreis.“ Links, die gekauft werden, um das Ranking zu verbessern, verstoßen gegen die Spam-Richtlinien von Google. Im schlimmsten Fall schaden sie Ihrer Webseite.
- Massenanmeldung: „Wir tragen Sie bei Hunderten Suchmaschinen ein.“ Laut Google ist so etwas meist sinnlos.
- Geheime Methoden: Wer nicht erklären will, was er tut, oder auf Nachfragen ausweicht, hat dafür meist einen Grund.
- Lange Mindestlaufzeit: 12 oder 24 Monate fest, ohne klare Leistungsbeschreibung und ohne Ausstieg, wenn nichts passiert.
- Keine Berichte, keine Zugänge: Sie erfahren nicht, was gemacht wurde, und bekommen keinen Einblick in die Daten Ihrer eigenen Webseite.
- Pflicht-Link zum Anbieter: Sie sollen auf Ihrer Webseite einen Link zur Agentur setzen. Auch davor warnt Google.
„Ihre Webseite hat 37 Fehler“: Vorsicht bei Kaltakquise
Ein Klassiker: Eine E-Mail oder ein Anruf, Ihre Webseite habe „schwere Fehler“ und sei bei Google „unsichtbar“. Dazu kommt ein Bericht mit vielen roten Warnzeichen. Solche Berichte erzeugen Prüfprogramme in Sekunden für jede beliebige Webseite. Was davon wirklich wichtig ist und was nur Kleinkram, verrät so ein Bericht nicht.
Google rät ausdrücklich zur Vorsicht bei SEO-Anbietern, die Ihnen unaufgefordert E-Mails schicken. Auch rechtlich ist das heikel: Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung gilt nach § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) als unzumutbare Belästigung – auch gegenüber Betrieben. Werbeanrufe bei Betrieben sind nur mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung zulässig. Ob das im Einzelfall zutrifft, beurteilen Ihre Kammer oder eine Anwaltskanzlei.
Anruf „von Google“?
Google schreibt, dass es am Telefon nie nach Zahlungsdaten fragt und keine bevorzugte Platzierung garantiert. Wer sich als Google ausgibt und Geld für Ihren Eintrag, eine „Verifizierung“ oder bessere Plätze verlangt, ist nicht von Google. Googles Rat: auflegen. Das Google-Unternehmensprofil selbst ist kostenlos.
Wie sieht ein seriöses SEO-Angebot aus?
Unseriös
- Garantierte Plätze
- Viele Fachbegriffe, wenig Erklärung
- Dasselbe Paket für jede Branche
- Lange Bindung, keine Berichte
- Konten und Profile laufen auf den Anbieter
Seriös
- Realistische Ziele ohne Platz-Garantie
- Verständlich erklärt, was wann gemacht wird
- Erst eine Bestandsaufnahme, dann ein Vorschlag für Ihren Betrieb
- Regelmäßige Berichte, überschaubare Laufzeit
- Alle Zugänge bleiben bei Ihnen
Ein gutes Zeichen ist auch, wenn ein Anbieter von sich aus sagt, was Sie nicht brauchen. Für einen Betrieb mit einem Standort und klarem Einzugsgebiet sind gute Grundlagen oft wichtiger als ein monatliches Paket. Was dazugehört, steht in Was ist SEO?.
Welche Fragen sollten Sie vor dem Vertrag stellen?
- Was genau machen Sie in den ersten drei Monaten – und was danach?
- Woran messen wir den Erfolg, und in welchem Zeitraum ist womit zu rechnen?
- Bekomme ich regelmäßig einen Bericht und Zugang zur Google Search Console?
- Halten Sie sich an die Richtlinien von Google? Kaufen oder tauschen Sie Links?
- Wem gehören Texte, Konten und das Google-Unternehmensprofil, wenn wir uns trennen?
- Welche Erfahrung haben Sie mit Betrieben meiner Branche und in meiner Region?
- Können Sie Referenzen nennen, die ich selbst ansprechen darf?
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie kann ich kündigen?
Tipp aus der Praxis
Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben, am besten direkt im Angebot. Wer bei diesen Fragen ausweicht, hat Ihnen damit schon viel gesagt.
Wem gehören Konten und Google-Profil?
Ein häufiger Streitpunkt nach dem Ende einer Zusammenarbeit: Wer hat Zugriff auf das Google-Unternehmensprofil, die Search Console und die Domain? Regeln Sie das von Anfang an:
- Sie selbst sind Hauptinhaber des Google-Unternehmensprofils, der Anbieter höchstens Administrator
- Die Search Console läuft über Ihr eigenes Google-Konto, der Anbieter bekommt nur eine Freigabe
- Die Domain ist auf Ihren Betrieb registriert
- Passwörter geben Sie nicht weiter – Dienstleister bekommen eigene Zugänge, die Sie jederzeit wieder entziehen können
Seriöse Anbieter haben damit kein Problem: Sie arbeiten mit Freigaben, nicht mit Ihren Passwörtern. Endet die Zusammenarbeit, entziehen Sie die Freigabe mit wenigen Klicks – und Profil, Bewertungen, Daten und Domain bleiben bei Ihnen. Wie das beim Unternehmensprofil geht, steht in Google-Unternehmensprofil erstellen.
Schon unterschrieben? Das können Sie jetzt tun
Vertrag lesen
Laufzeit, Kündigungsfrist und Leistungsbeschreibung heraussuchen. Notieren Sie, was Ihnen zugesagt wurde.
Bericht anfordern
Bitten Sie schriftlich um eine Aufstellung, was bisher gemacht wurde – auch, welche Links gesetzt wurden.
Zugänge sichern
Prüfen Sie, ob Sie Hauptinhaber Ihres Unternehmensprofils sind und selbst Zugriff auf Search Console und Domain haben.
Search Console prüfen
Unter „Manuelle Maßnahmen“ zeigt Google an, ob es Ihre Webseite wegen Verstößen gegen seine Richtlinien abgewertet oder aus der Suche genommen hat.
Rat holen
Bei Streit über Vertrag oder Kosten helfen Ihre Industrie- und Handelskammer, Ihre Handwerkskammer oder eine Anwaltskanzlei.
Gut zu wissen
Viele Schutzregeln für Verbraucher, etwa das Widerrufsrecht bei Verträgen am Telefon, gelten für Betriebe in der Regel nicht. Prüfen Sie Angebote deshalb vor der Unterschrift – und lassen Sie sich nicht am Telefon zu einer Zusage drängen.