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Gefunden werden

Bei ChatGPT & Co. gefunden werden: Was kleine Betriebe tun können

Kurz gesagt

KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder Microsoft Copilot suchen bei vielen Fragen im Internet und fassen das Gefundene zusammen. Genannt werden eher Betriebe, deren Angaben klar, einheitlich und leicht zu finden sind – auf der eigenen Webseite, im Google-Unternehmensprofil und auf anderen Seiten. Die Grundlage dafür ist gute klassische Suchmaschinenoptimierung. Eine Nennung garantieren kann niemand.

Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?

GEO steht für Generative Engine Optimization. Übersetzt heißt das ungefähr: Optimierung für Suchdienste, die ihre Antworten selbst schreiben. Gemeint sind KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot oder der KI-Modus von Google. Sie liefern keine Liste mit zehn Links, sondern eine Antwort in ganzen Sätzen – oft mit einigen Quellen darunter.

Der Begriff stammt aus einer Forschungsarbeit von 2023 (GEO: Generative Engine Optimization). Daneben sind Namen wie „ChatGPT SEO“, „KI-SEO“ oder „GEO-Optimierung“ unterwegs. Das Ziel ist immer dasselbe: nicht Platz 1 in einer Trefferliste, sondern in der Antwort genannt oder als Quelle verlinkt zu werden.

Für einen kleinen Betrieb heißt das ganz praktisch: Fragt jemand „Welcher Dachdecker in Verden repariert schnell ein Flachdach?“, soll Ihr Betrieb in der Antwort auftauchen – und zwar mit richtigen Angaben.

Woher wissen ChatGPT & Co., welche Betriebe es gibt?

KI-Assistenten haben zwei Quellen. Erstens ihr Trainingswissen: Texte, mit denen das Modell einmal trainiert wurde. Dieses Wissen hat einen Stichtag und ist für einzelne kleine Betriebe oft lückenhaft. Zweitens die Suche im Internet: Bei Fragen nach aktuellen Informationen oder Betrieben in der Nähe suchen viele Assistenten live im Netz.

  • ChatGPT formuliert Ihre Frage laut OpenAI bei Bedarf in Suchanfragen um, nutzt dafür auch externe Suchanbieter und zeigt die Quellen unter der Antwort an. Für die Suche liest OpenAI Webseiten außerdem mit einem eigenen Programm namens OAI-SearchBot.
  • Microsoft Copilot stützt seine Antworten laut Microsoft auf Ergebnisse der Suchmaschine Bing.
  • Google nutzt für seine KI-Übersichten und den KI-Modus die eigene Suche – und dafür gelten dieselben Grundlagen wie für die normalen Treffer.

Daraus folgt der wichtigste Satz dieses Artikels: Wer in Suchmaschinen gut auffindbar ist, hat auch bei KI-Assistenten die besseren Karten. Mehr zu den KI-Zusammenfassungen in der Google-Suche steht in Google AI Overviews.

Was entscheidet, ob ein Betrieb genannt wird?

Eine offizielle Liste mit Kriterien veröffentlichen die Anbieter nicht. Aus der Funktionsweise ergibt sich aber, worauf es ankommt: Eine KI kann nur wiedergeben, was sie findet, versteht und für stimmig hält.

  • Klarheit: Steht auf Ihrer Webseite eindeutig, was Sie anbieten, wo und für wen? „Badsanierung aus einer Hand in Oldenburg und Umgebung“ ist für Mensch und Maschine leichter zu verstehen als „Wir machen Ihr Zuhause schöner“.
  • Einheitlichkeit: Stimmen Name, Adresse, Telefonnummer, Leistungen und Öffnungszeiten auf Webseite, Unternehmensprofil und in Verzeichnissen überein? Widersprüche machen eine Antwort unsicher oder falsch.
  • Auffindbarkeit: Ist Ihre Webseite bei Google und Bing aufgenommen? Dürfen die Suchprogramme der KI-Anbieter sie lesen?
  • Bestätigung von außen: Erwähnen andere Seiten Ihren Betrieb – Bewertungen, Branchenbücher, Innung, Lokalzeitung, Partnerbetriebe?
  • Aktualität: Veraltete Angaben auf Ihrer Webseite können genauso in einer KI-Antwort landen wie aktuelle.

Was können kleine Betriebe konkret tun?

  • Auf der Startseite in einem Satz sagen: Leistung, Ort, für wen
  • Für jede wichtige Leistung einen eigenen Abschnitt mit Fakten: Ablauf, Einzugsgebiet, typische Dauer
  • Häufige Fragen der Kundschaft direkt auf der Webseite beantworten
  • Wichtige Inhalte als Text zeigen, nicht nur in Bildern oder PDF-Dateien
  • Das Google-Unternehmensprofil vollständig und aktuell halten
  • Die Webseite in der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools anmelden
  • Firmendaten überall gleich schreiben – auch in Branchenbüchern und auf Social Media
  • Zufriedene Kundschaft um ehrliche Bewertungen bitten

Häufige Fragen sind besonders hilfreich, weil Menschen KI-Assistenten genau so ansprechen: in ganzen Sätzen. Wer auf seiner Webseite die Frage „Wie lange dauert eine Badsanierung?“ kurz und konkret beantwortet, liefert die passende Antwort gleich mit. Wie Sie einen Fragen-Bereich sinnvoll aufbauen, steht in FAQ auf der Webseite.

Google nennt das aktuelle Unternehmensprofil übrigens ausdrücklich in seinen Hinweisen für die eigenen KI-Funktionen. Für lokale Betriebe ist das Profil damit doppelt wichtig.

Darf die KI Ihre Webseite überhaupt lesen?

Jede Webseite kann in einer kleinen Datei namens robots.txt festlegen, welche Suchprogramme (Crawler) sie lesen dürfen. Manche Webseiten sperren dort oder über Einstellungen beim Hosting-Anbieter pauschal alle KI-Programme – manchmal, ohne dass es dem Betrieb bewusst ist. Dann kann die KI-Suche die Seite nicht lesen.

OpenAI unterscheidet zwei Programme: OAI-SearchBot liest Seiten für die Suche in ChatGPT. Wer dort erscheinen will, sollte ihn laut OpenAI in der robots.txt zulassen. GPTBot dagegen sammelt Texte, mit denen künftige KI-Modelle trainiert werden. Ihn können Sie getrennt sperren, ohne sich von der Suche auszuschließen.

Bei Google gilt: Um in den KI-Übersichten zu erscheinen, muss eine Seite in der Google-Suche aufgenommen sein und mit Textauszug angezeigt werden dürfen. Mehr verlangt Google laut eigener Aussage nicht.

Eine „llms.txt“ ist nicht nötig

Manche Anbieter verkaufen eine Datei namens llms.txt als Schlüssel für KI-Sichtbarkeit. Sie ist ein inoffizieller Vorschlag, kein Standard. Google schreibt ausdrücklich, dass für seine KI-Funktionen keine neuen maschinenlesbaren Dateien oder speziellen KI-Textdateien nötig sind.

Selbsttest: Was sagt die KI über Ihren Betrieb?

  1. Typische Frage stellen

    Fragen Sie in ChatGPT, Perplexity und in der Google-Suche so, wie Ihre Kundschaft fragen würde – etwa „Welcher Malerbetrieb in Delmenhorst ist empfehlenswert?“ oder „Wer repariert in Achim kurzfristig eine Heizung?“.

  2. Nach Ihrem Betrieb fragen

    Fragen Sie direkt: „Was weißt du über …“ plus Ihren Firmennamen und Ort. Stimmen Leistungen, Adresse und Öffnungszeiten?

  3. Quellen ansehen

    Klicken Sie auf die angezeigten Quellen. Dort sehen Sie, woher die KI ihre Angaben hat – und wo ein Fehler steckt.

  4. Fehler an der Quelle beheben

    Die KI-Antwort selbst können Sie nicht bearbeiten. Korrigieren Sie stattdessen die Angabe dort, wo sie herkommt: auf Ihrer Webseite, im Unternehmensprofil oder im Branchenbuch.

  5. Regelmäßig wiederholen

    Alle paar Monate. Die Antworten ändern sich mit der Zeit und fallen je nach Person und Formulierung unterschiedlich aus.

Tipp aus der Praxis

Antworten können von früheren Unterhaltungen beeinflusst sein. Testen Sie deshalb zusätzlich ohne Anmeldung in einem privaten Browserfenster – so sehen Sie eher, was andere sehen.

Was nicht hilft – und was niemand garantieren kann

  • „Garantiert in ChatGPT empfohlen“: Niemand kann steuern, was eine KI antwortet. Solche Versprechen sind unseriös.
  • Massenhaft KI-Texte: Viele Seiten nur zu dem Zweck zu erzeugen, in Suchergebnissen aufzutauchen, wertet Google als Spam – auch wenn sie mit KI geschrieben wurden.
  • Versteckter Text für Maschinen: Inhalte, die nur Suchprogramme sehen sollen, Menschen aber nicht, verstoßen gegen die Spam-Richtlinien von Google.
  • Gekaufte Bewertungen oder Erwähnungen: Sie verstoßen gegen die Regeln der Plattformen und können rechtlich Ärger bringen.

Seriöse Arbeit an der Sichtbarkeit in KI-Antworten ist eher unspektakulär: klare Texte, richtige Angaben, echte Bewertungen, saubere Technik. Abkürzungen, die das umgehen sollen, bringen vor allem ein Risiko mit – gegen die Regeln von Google und anderen Plattformen zu verstoßen. Woran Sie solche Angebote erkennen, steht in Unseriöse SEO-Angebote erkennen.

Warum gute Grundlagen die beste KI-Strategie sind

GEO ist kein Ersatz für SEO, sondern baut darauf auf. Eine schnelle, klar gegliederte Webseite mit eindeutigen Angaben, ein gepflegtes Unternehmensprofil und echte Bewertungen helfen bei Google und Bing – und damit auch bei den KI-Assistenten, die auf diese Suchen zurückgreifen.

Das Gute daran: Sie müssen nicht jedem neuen Trend hinterherlaufen. Wer seine Angaben einmal sauber aufsetzt und aktuell hält, hat das Wichtigste getan – egal, ob die Kundschaft morgen bei Google, in ChatGPT oder in einem Dienst sucht, den es heute noch gar nicht gibt.

Gründer von LumGuard. Schreibt hier über das, was kleine Betriebe vor einer neuen Webseite wissen sollten – mit echten Preisen und ohne Werbeversprechen.

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